BraveheartBattle 2012

Sonntag, 18.03.2012 12:47


Daheim und glücklich Daheim und glücklich Rainer und ich vor dem Lauf Rainer und ich vor dem Lauf

Die Fakten sind schnell genannt: 24km und 45 Hindernisse, die Eckpunkte des BraveHeartBattles 2012. Wer seinen Augenmerk aber einmal genauer auf die Hindernisse und den Streckenverlauf lenkt, merkt schnell, dass dieser Lauf wirklich extrem ist.

Mit meinem "Sportsfreund" Rainer wollten wir uns dieses Jahr endlich uns der großen Herausforderung annehmen und an diesem Lauf teilnehmen. Zumindest mein Training bestand nur aus Läufen mit Fokus auf Ausdauer. Etwa zwei Monate vor dem großen Tag begann ich damit, nach einer kurzen Winterpause immer längere Strecken zu laufen. Die kühlen Temperaturen erwiesen sich ebenfalls als gute Vorbereitung für die nassen Hindernisse des BraveHeartBattles. Nach einem 30 und einem 25km Lauf fühlte ich mich schließlich konditionell fit.

Am 10. März standen wir schließlich um 13:00 Uhr am Start im Münnerstädter Sportzentrum. Mitten unter etwa 2500 Mitläufern, die zum großen Teil kreativ verkleidet und geschminkt waren. Für viele Stand der Spaß im Mittelpunkt, weniger die sportliche Leistung. Dennoch war allen, wie auch uns, die Nervosität anzumerken.

Wir starteten dann in der 3. Gruppe, es ging locker los: Aus dem Stadion raus, einen steilen Hang hinunter und am Fluss entlang. Zunächst durfte man noch die Lauer an einem Gerüst hinüberhangeln, mit der richtigen Technik kein größeres Problem (auch wenn hier schon einige im kalten Nass landeten). Weiter ging es am Fluss entlang und das erste mal "verpflichtend" durch die Lauer, aber auch nur knietief.

Gerade für die Zuschauer sehr amüsant dann die nächste Hindernisetappe: Schlammrobben, 7m hohe Strohballenberge überklettern, Schlammrobben, Reifenstapel überspringen, Reifenschlangen durchzwängen, Schlammrobben und hüfttief durch die Lauer. Spätestens jetzt war der Zucker im Blut aufgebraucht und es zeigte sich, wer trainiert hatte. Noch war jedoch die Kälte kein Problem.

Nach weiteren zwei Kilometern die nächste Hinderniskombination. Der Streckenverlauf erlaubte einfach nicht, in einen Trott zu kommen. Ständig wurde der Rhythmus von Hindernissen unterbrochen. Zunächst also mit Seilen über den Fluss (leider mit kurzer Wartezeit), 200m durch schweren Matsch laufen, um zu den berüchtigten "Neeb Fields" zu kommen: riesige Löcher mit steilen und matschig rutschigen Wänden. Fünf Mal sprang man hinein, um nur mit Hilfe anderer auf der anderen Seite die 3m hohe Wand wieder hinaufzusteigen, ein wahrer Kraftakt. Gleich danach war der Weg garniert mit weiteren kleinen Hürden und Kriechpassagen, bis man auf einmal vor einem mit Baumstämmen beladenen LKW stand, der nur mit Hilfe von Spanngurten zu überwinden war.

Endlich konnte man nun mal wieder etwas Strecke gut machen. Ich war zu diesem Zeitpunkt das erste Mal etwas erschöpft, doch Rainer zog gut an. Es folgte das "Death-Valley", ein etwa 1000m langer Trail durch und neben dem Flussbett, matschig, rutschig, überall Äste, Steine, Dornen. Es forderte höchste Konzentration, beim Laufen nicht wegzurutschen oder umzuknicken.

Es folgten ein Kriechhindernis im Schlamm unter einem Elektrozaun durch und wenig später ein kreatives Hindernis mit lodernden Flammen und ausrangierten Autos. Alles für sich nicht anstrengend, aber in der Summe doch kräftezehrend. Dafür war man warm und das war nun das Wichtigste:

Loch Ness erwartete einen bereits. Ein Regenrückhaltebecken, 20m breit, 4°C kalt und viel zu tief, um zu stehen. Ich weiß nicht wie, aber man dachte gar nicht groß darüber nach, robbte zunächst unter Dornen im Matsch, um direkt zum kalten Nass zu gelangen. Dann ging der Puls nach oben und die Körpertemperatur nach unten. Der einzige Gedanke: Schwimmen! Gegröhle vom Publikum auf der anderen Seite, Schreck und Verzweiflung schienen uns allen ins Gesicht geschrieben.Am anderen Ufer geht es dann einen schlammigen Hang hinauf - um festzustellen, dass man drei weitere Male durch das Wasser muss. Ich verteufle die Veranstalter...

Doch irgendwie steht man das durch. Nass und ausgekühlt versuche ich mein Tempo zu erhöhen, zum Glück geht es den Michelsberg hoch. Auch hier ist man vor Hindernissen nicht sicher. Auch Rainer ist noch gut dabei und wir kämpfen uns den Berg nach oben. Dort erwartet einen zunächst warmer Tee und anschließend enge Kletterhindernisse und hohe Hürden. Am Ende fühle ich mich wieder einigermaßen trocken und warm, stehe aber vor einem Container gefüllt mit Wasser und einem Brett, das einem zum tiefen eintauchen zwingt. Diese Schweine!

Also weiter Tempo machen. Es geht nur durch dichtes, matschiges Unterholz. Die Wegführung - es geht ständig steil bergauf und bergab - lässt die Kälte zum Glück schnell vergessen machen. Ich habe meinen Rythmus gefunden und hole immer mehr Läufer ein. Doch Rainer wird langsamer, am Anfang kann ich ihn noch etwas ziehen, aber ab Kilometer 18 gehen wir eigene Wege.

Ich fühle mich erstaunlich fit und lege ein gutes Tempo hin, vorbei an vielen Läufern. Viele Hindernisse folgen nicht mehr. Noch eine Heuwand, der Baumstamm-LKW. Die Neeb-Fields fordern dann nochmal Kraft, aber das Publikum, das überall am Rand steht und anfeuert, treibt einen an.

Auch an der Brücke standen noch viele  Zuschauer, die einen die vielen Kriechhindernisse und die hohen Stufen der Strohwand schnell überwinden ließen. Dennoch schwanden die Kräfte allmählich, doch am Ende erwartete einen nochmal ein steiler, langer Hang. Mit den letzten Kräften ging es hinauf und vor dem Stadion über das letzte Kletterhindernis.

Endlich ging es in die Zielgerade in das mit vielen Zuschauern gefülltem Stadion. Nach einem Schlussspurt konnte ich ausgelaugt, dreckig und glücklich meine Medaille in Empfang nehmen. 3h 10m langten für den 294. Platz, mit dem ich hochzufrieden bin - da nimmt man auch 3 Tage Muskelkater am ganzen Körper in Kauf. Vielleicht bis zum nächsten Jahr! Auf jeden Fall ein riesen Lob an die Veranstalter, es war zwar eine Qual, aber einfach nur "sau geil"!

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